01.09.: Backeseröffnung

Frisches Brot aus dem "alen Backes"

(Dieser Artikel wurde der NNP, vom 03.09.2010 entnommen!)

Drei Mal in der Woche wird in Wallmerod der Ofen angefeuert.

Das Backes in der Frankfurter Straße in Wallmerod ist zu einem Blickfang geworden. Es duftet wieder wie in alten Zeiten. In Wallmerod wurde das alte Backhaus nach umfangreicher Renovierung wieder seiner Bestimmung zugeführt.

Wallmerod. Das, was im Jahre 1856 mit dem Bauantrag einst begann, nämlich der Bau eines Backes, wurde in den letzten Tagen mit dem erneuten Bauantrag fortgesetzt.

Und wie im Jahre 1856 so wurde auch in diesem Jahr der Sinn und Zweck des Hauses in der Frankfurter Straße fortgeführt. In dem Fall des Backes ging es um einst wie heute um die Produktion von duftendem Brot.

Nach einer Umbauphase von zwei Monaten konnte nun der Backes inmitten des Dorfes wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Zahlreiche Gäste konnten zur Eröffnung wie auch zum Kauf des leckeren Brotes von Ortsbürgermeister Hans-Peter Krings begrüßt werden. Weiter wurde das Engagement des Käufers und Investors des alten Backes, Stefan Becke,r besonders erwähnt, der sich dem über 20 Jahre lang leerstehenden Haus angenommen hat.

Wechselvolle Geschichte
Wie von Hans-Peter Krings zu erfahren war wurde das alte Backes Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und diente bis zum 1. Weltkrieg als Backes, als Backhaus für die Gemeinde Wallmerod. Nach Gesprächen mit älteren, auch mittlerweile verstorbenen Bürgern muss es so gewesen sein, da diese sich nicht mehr an einen späteren Backvorgang erinnern konnten.

Danach, also etwa ab 1918, diente das Gebäude als Übernachtungsmöglichkeit für «Obdachlose und Gesindel». Das war wohl eine rechtliche Verpflichtung der damaligen Reichsregierung. Gleichzeitig diente das Gebäude auch als Gewahrsam für die Polizei. Diesen Status hatte das alte Backes bis Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Danach wurde es verschiedenen Nutzungen zugeführt. Unter anderem hatte hier auch der damalige Bürgermeister Hans-Dieter Krings bis zum Bau der Sporthalle im Jahre 1972 seinen Bürgermeistersitz.

Das Gebäude stand nun seit rund 20 Jahren leer. Seitens der Ortsgemeinde wurden verschiedene Initiativen gestartet. So wurde hier zeitweise ein Jugendraum untergebracht. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe zur «Verwendung des Alten Backes» wurde von einem Kaufinteressenten, dem heutigen Investor Becker, kontaktiert, der dann auch das Objekt kaufte und wieder zum Backes renovieren ließ. Die Innenräume wurde entkernt und renoviert. Der alte Backofen war noch vorhanden hinter einer Mauer aber lange Zeit nicht zu sehen. Er wurde freigelegt und ebenfalls renoviert.

So konnten auch Verträge mit der Bäcker Heinz Erich Loos aus Hundsangen geschlossen werden, der ab sofort an drei Tagen in der Woche den Backofen mit Buchenholz auf 300 Grad aufheizen und dann das Roggenbrot im Backofen backen wird.

Gleich doppeltes Lob konnte Investor Stefan Becker zur Eröffnung ernten. «Wenn keine Leute da sind, die investieren, läuft sowas nicht», bemerkte Hans-Peter Krings und Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder bezeichnete die Maßnahme als ein gelungenes Beispiel dafür, wieder Leben ins Dorf zu bekommen.

Wer nun Holzofenbrot kaufen möchte, kann dies montags, mittwochs und freitags in der Zeit ab 12 Uhr tun. Ab 15 Uhr gibt es Streusel- und Butterkuchen und freitags in der Zeit von 18 Uhr bis 20 Uhr wird Pizza gebacken. kdh

Diashow "Zum ale Backes"


YouTube-Video "Zum ale Backes"